Enqre
Zurück zum Blog

Veröffentlicht am 6.8.2026

QR-Codes auf Weinetiketten: was das EU-E-Label wirklich verlangt

Wein hat ein Zutatenverzeichnis bekommen. Für Erzeugnisse ab dem 8. Dezember 2023 verlangt die EU, dass Zutaten und Nährwertdeklaration den Käufer erreichen — und weil ein Rückenetikett klein ist, liefern die meisten Erzeuger sie elektronisch, über einen QR-Code. Diese Seite heißt inzwischen E-Label.

Die zwei Regeln, die alles ändern

  • Das E-Label darf keine Werbung tragen. Die Seite hinter dem Code ist eine rechtliche Informationsseite. Verkaufslinks, Newsletter-Anmeldung, Kampagnenbanner gehören nicht darauf.
  • Das E-Label darf die scannende Person nicht verfolgen. Nutzerdaten über das Pflichtetikett zu sammeln oder zu profilieren, ist nicht zulässig.

Daraus folgt eine Bauweise, die Ihnen die meisten Anbieter verschweigen: Pflichtcode und Marketingcode sind zwei verschiedene Codes. Der eine steht auf dem Etikett und öffnet eine saubere Informationsseite. Der andere darf auf Halsschleife, Karton oder Verkostungskarte stehen — und dort dürfen Sie verkaufen, so viel Sie wollen.

Was wohin gehört

  • Auf das physische Etikett: der Brennwert. Er bleibt auf der Flasche.
  • Hinter den Code (oder aufs Etikett, Ihre Wahl): vollständige Nährwertdeklaration und Zutatenverzeichnis.
  • In der richtigen Sprache. Verständlich dort, wo die Flasche verkauft wird — für Exporteure also mehrere Sprachen.

Warum der Code dynamisch sein muss

Ein Weinetikett wird zu Zehntausenden gedruckt, Monate vor dem Verkauf, und die Flasche steht danach jahrelang im Lager oder Regal. Zwischen Druck und letzter verkaufter Flasche ändert sich der Verschnitt mit dem neuen Jahrgang, kommt ein Exportmarkt mit neuer Sprache dazu, wird die Website umgebaut und die alte Adresse läuft ins Leere.

Ein dynamischer Code trennt Druck und Seite: gleiches Quadrat, Ziel jederzeit änderbar. Bei mehrjähriger Haltbarkeit ist das kein Komfort, sondern der Unterschied zwischen einer Korrektur und dem Rückruf der eigenen Etiketten.

Was wir erfassen — und warum es hier zählt

Erfasst werden Zeitpunkt, Code, Gerätetyp, Betriebssystem und Browser laut Anfrage, der Referrer falls gesendet, und ein gesalzener Hash der IP-Adresse zum Zählen eindeutiger Besucher.

Nicht erfasst: Identität, Name, Konto — und kein Standort, nicht einmal ein Land. Nichts folgt der Person, nichts bildet ein Profil.

Der Zähler sagt also: 4.000 Scans. Wer, kann er nicht sagen. Ob das Ihre Pflichten erfüllt, klären Sie mit der Behörde Ihres Marktes — wir sagen Ihnen genau, was existiert, damit Sie präzise fragen können.

Druck auf der Flasche

  • Größe. Etwa 1,5–2 cm. Kleiner geht im hellen Laden und scheitert im dunklen Restaurant — dort wird die Weinkarte gelesen.
  • Ruhezone. Der freie Rand gehört zum Code. Text oder Rahmen zu dicht daran ist der häufigste Grund, warum ein Etikett im Studio scannt und im Regal nicht.
  • Kontrast statt Hausfarben. Blassgold auf Creme ist schön und unlesbar — eine Kamera urteilt nach Leuchtdichte. Unser Editor prüft das beim Gestalten, was bei 30.000 Etiketten der ganze Punkt ist.
  • Folie, Prägung, Lack. Metallisches Material spiegelt genau im Haltewinkel einer Flasche. Code auf ein mattes Feld setzen.
  • Wölbung. Ein um eine schmale Flasche gebogener Code kippt weg. Nahe der Etikettmitte platzieren.
  • Sagen, was es ist. "Zutaten und Nährwerte" daneben. Ein nacktes Quadrat wird für Werbung gehalten und ignoriert.

Ein Aufbau, der den Jahrgang überlebt

  1. Ein dynamischer Code je Wein, nicht einer fürs Weingut.
  2. Code plus kurze lesbare Adresse daneben.
  3. Ziel: schlichte Seite — Zutaten, Nährwerte, Allergene, Sprachwahl. Kein Shop, kein Newsletter.
  4. Zweiter, getrennter Code fürs Marketing, außerhalb des Pflichtetiketts.
  5. Das echte gedruckte Etikett an einer echten Flasche bei schlechtem Licht scannen, bevor die Auflage freigegeben wird.

Kurze Antworten

  • Ist ein QR-Code auf Wein Pflicht? Nein — die Information ist Pflicht.
  • Was bleibt auf der Flasche? Der Brennwert.
  • Darf der Code meinen Shop öffnen? Der Pflichtcode nicht. Dafür ein zweiter Code woanders.
  • Wie viele Sprachen? Die Ihrer Absatzmärkte — dynamisch ohne Nachdruck ergänzbar.
  • Welche Größe? Etwa 1,5–2 cm, mit freiem Rand, abseits von Folie.
  • Verfolgen Sie Trinkende? Weder Identität noch Standort werden erfasst.

Weiterlesen