Veröffentlicht am 3.8.2026
QR-Code-Dienst auswählen: die Checkliste vor dem Druck
Die Entscheidung sieht wie ein Funktionsvergleich aus und ist keiner. Farben, Logos, Auswertung und ein Dashboard bietet fast jeder. Unterschieden werden Anbieter dadurch, was mit dem schon gedruckten Code passiert, wenn sich die Geschäftsbeziehung ändert.
Hier die Liste, grob nach den Kosten einer falschen Antwort. Unsere eigenen Antworten sind dabei — eine Checkliste, die man nicht gegen den Autor wenden kann, ist Werbung.
1. Funktioniert mein gedruckter Code nach der Gratisphase weiter?
Die teuerste Frage überhaupt. Ein Testcode, der am 15. Tag nicht mehr weiterleitet, macht eine Auflage zu Abfall. Genau so fragen und nichts Vageres als Ja oder Nein akzeptieren.
Hier: kostenlose Codes verfallen nicht. Fünf davon, 1.000 Scans im Monat.
2. Was passiert, wenn ich aufhöre zu zahlen?
Andere Frage, gleiche Form. Leiten die Codes nach Ablauf des Abos weiter, fallen sie auf einen begrenzten Gratis-Tarif zurück, oder sterben sie? Das steht selten auf der Preisseite. In den AGB suchen oder den Support schriftlich fragen.
Hier: ein auslaufendes Konto fällt auf die Grenzen des kostenlosen Tarifs, und die Codes funktionieren darin weiter.
3. Ist es wirklich dynamisch, und ist das Ändern gratis?
Zwei Fallen in einer. Viele „kostenlose QR-Generatoren" erzeugen nur statische Codes, bei denen das Ziel dauerhaft im Muster steckt. Und manche Dienste lassen dynamische Codes gratis anlegen und verlangen fürs Umleiten — also für den einzigen Grund, einen zu haben.
Hier: dynamisch als Standard, und das Ändern des Ziels ist in jedem Tarif inklusive.
4. Was passiert am Scan-Limit?
Zwischen „wir zählen nicht weiter" und „wir leiten nicht weiter" liegt ein großer Unterschied. Das Zweite nimmt Ihr Plakat mitten in der Kampagne offline.
Hier, und das ist die unschöne Antwort: über 1.000 Scans im Monat zeigt ein Gratis-Code einen Hinweis statt weiterzuleiten, bis der Monat zurückgesetzt wird. Bezahlte Tarife haben kein Scan-Limit.
5. Über wessen Domain läuft der Scan?
Jeder dynamische Code leitet über irgendeine Kurz-Domain, und die ist für Ihre Kunden sichtbar, wenn die Adresse unter dem Code steht — was sie sollte. Eine fremde Shortener-Domain auf der eigenen Verpackung ist ein kleiner Vertrauensverlust und derselbe Mechanismus, den Phishing nutzt.
Hier: unsere Domain als Standard; eigene Domain und White-Label im Business-Tarif.
6. Kommt unterwegs eine Werbeseite oder Fremdmarke?
Manche Gratis-Tarife schieben eine Zwischenseite vor das Ziel. Scannen Sie den Gratis-Code eines Anbieters mit dem eigenen Handy, bevor Sie entscheiden — der schnellste Test dieser Liste, zehn Sekunden.
Hier: keine Werbe-Zwischenseite. Eine Zwischenseite gibt es nur, wenn Sie Retargeting-Pixel aktivieren — und die fragt nach Zustimmung.
7. Was gibt der Export wirklich her?
Für großen Druck brauchen Sie Vektor — SVG oder PDF — weil ein auf Plakatgröße hochgezogenes PNG weiche oder ausgefranste Modulkanten zeigt. Prüfen, dass Vektor nicht hinter Bezahlung liegt, und dass das PDF in Millimetern statt Pixeln bemaßt ist, wenn eine Druckerei es anfasst.
Hier: PNG und SVG in jedem Tarif inklusive kostenlos, plus druckfertiges PDF mit 300 dpi und echten Millimetermaßen.
8. Welche Auswertung gibt es — und was ehrlicherweise nicht?
Fragen, was erhoben wird, und fragen, was nicht. Wer „alles, was Sie brauchen" antwortet, sagt nichts. Auch fragen, ob die Daten exportierbar sind — Auswertung, die man nicht herausbekommt, verliert man beim Wechsel.
Hier: Scans über Zeit, Gerät, Betriebssystem, Browser, Referrer, eindeutige Besucher über einen gehashten IP-Wert. Keine Standortdaten zu keinem Preis — wir erheben sie nicht, können sie also auch nicht berichten. CSV-Export in den bezahlten Tarifen.
9. Komme ich mit Daten und Codes wieder heraus?
Die Lock-in-Frage. Dynamische Codes binden von Natur aus: das gedruckte Muster zeigt für immer auf die Domain des Anbieters. Verlangen kann man die Scan-Historie als Datei und — bei Auflagendruck — eine eigene Domain, weil ein Code auf Ihrer Domain später ohne Nachdruck auf einen anderen Anbieter umgelegt werden kann.
Hier: CSV-Export in bezahlten Tarifen, eigene Domain im Business-Tarif — der einzige echte Ausweg in dieser Produktkategorie.
10. Wo liegen die Daten, und wer ist Auftragsverarbeiter?
In der EU oder bei regulierten Themen kommt das im Einkauf, nicht im Marketing. Fragen, wo Scan-Daten liegen und ob ein AV-Vertrag verfügbar ist.
Hier: fragen Sie uns — und was eine Scan-Zeile enthält, haben wir als Feldliste veröffentlicht statt als beruhigenden Absatz.
Zwei Tests, die zehn Funktionstabellen schlagen
- Den Gratis-Code des Anbieters scannen. Nicht das Marketing-Bild — selbst einen anlegen, auf normales Büropapier drucken, aus einem Meter mit einem nicht mehr neuen Handy scannen. Zwischenseiten, Weiterleitungsgeschwindigkeit und Modulgröße lernen Sie in unter einer Minute.
- Einen drucken, bevor tausend gedruckt werden. Ein Andruck des echten Layouts auf dem echten Material, gescannt im echten Licht. Jeder Fehler, den dieser Artikel beschreibt, ist auf einem Blatt billiger.
Kurze Antworten
- Die wichtigste Frage? Ob ein gedruckter Code nach Gratisphase oder Kündigung weiterleitet.
- Reicht ein Gratis-Tarif? Für einige Codes und moderaten Verkehr meist ja. Vorher das Verhalten am Scan-Limit prüfen.
- Brauche ich eine eigene Domain? Bei Auflagendruck ist sie das Einzige, was einen späteren Anbieterwechsel ohne Nachdruck erlaubt.
- Welches Exportformat zählt? Vektor — SVG oder millimeterbemaßtes PDF.
- Wie vergleiche ich Auswertungen ehrlich? Fragen, was nicht erhoben wird.
- Der billigste Weg, all das zu vermeiden? Einen Andruck drucken und scannen.