Enqre
Zurück zum Blog

Veröffentlicht am 31.7.2026

QR-Code-Fehlerkorrektur L, M, Q und H: welche Stufe wann

QR-Code-Fehlerkorrektur L, M, Q und H: welche Stufe wann

Jeder QR-Code trägt eine zweite, verstreute Kopie seiner eigenen Daten. Das ist die Fehlerkorrektur, und die gewählte Stufe entscheidet, wie viel vom Code verkratzt, verblasst oder verdeckt sein darf, bevor ein Handy aufgibt.

Es gibt vier Stufen, und die Zahlen legt die Norm fest:

  • L — etwa 7 % wiederherstellbar. Die leichteste. Kleinstes Muster für einen gegebenen Inhalt.
  • M — etwa 15 %. Anderswo die übliche Voreinstellung.
  • Q — etwa 25 %.
  • H — etwa 30 %. Die stärkste — und in diesem Editor der Standard.

Was die Stufe wirklich kostet

Fehlerkorrektur ist nicht gratis: Die Wiederherstellungsdaten brauchen Platz, also braucht eine höhere Stufe mehr Module für denselben Inhalt. Mehr Module heißt entweder ein physisch größerer Code oder dieselbe Größe mit feineren Modulen — und feinere Module löst eine Kamera schlechter auf, also genau der Fehler, den man vermeiden wollte.

Die Wahl heißt also nicht „mehr ist besser". Sie ist ein Tausch zwischen Schadenstoleranz und Modulgröße, und welche Seite gewinnt, hängt allein an der Datenmenge.

Warum hier H voreingestellt ist

Weil ein dynamischer Code einen kurzen Link kodiert — eine Domain und ein paar Zeichen, nicht eine ganze URL mit Kampagnenparametern. Bei dieser Datenmenge kostet der Sprung von L auf H ein oder zwei Rasterversionen, was auf einem sinnvoll großen Druck unsichtbar bleibt.

30 % Schadenstoleranz für fast nichts. Das ist die richtige Voreinstellung für Codes, die auf Speisekarten, Schildern, Verpackungen und Aufklebern landen — alles Dinge, die angefasst, abgeschabt und beregnet werden.

Und es macht ein Logo in der Mitte bezahlbar — siehe unten.

Wann eine niedrigere Stufe richtig ist

Zwei Fälle, beide eine Frage der Datenmenge:

  • Langer statischer Inhalt. Eine vCard mit vollständiger Adresse oder eine lange URL mit UTM-Parametern, statisch kodiert. Hier treibt H das Raster um mehrere Versionen hoch, und die Module werden so klein, dass eine Mittelklasse-Kamera kämpft. Auf M gehen, größer drucken, testen.
  • Kleine Druckfläche mit viel Inhalt. Dasselbe Problem von der anderen Seite. Muss der Code auf 15 mm am Flaschenhals passen und trägt mehr als einen kurzen Link, schlägt M mit großen Modulen ein H mit winzigen.

Bei einem kurzen Link — und genau den kodiert hier jeder dynamische Code — trifft keiner der Fälle zu. H stehen lassen.

Die Logo-Frage, mit echten Zahlen

Ein Logo in der Mitte liegt nicht „obendrauf". Es löscht Module, und die Fehlerkorrektur bezahlt sie.

Deshalb wertet die Scanbarkeitsprüfung im Editor ein Logo bei L oder M als Fehler, bei Q als Warnung und bei H als in Ordnung. Ein zentrales Logo über ein Fünftel der Breite entfernt rund 4 % der Fläche — bequem innerhalb der 30 % von H, unbequem gegen die 7 % von L, sobald Druckungenauigkeit und schräger Blickwinkel dazukommen.

Die praktische Grenze liegt auch bei H bei etwa einem Fünftel der Breite. Darüber verbraucht die Dekoration das ganze Budget, und für den Kratzer auf der Speisekarte bleibt nichts.

Was die Fehlerkorrektur nicht retten kann

Das lassen die meisten Erklärungen weg. Die 30 % gelten für den Datenbereich. Manche Teile eines QR-Codes sind Struktur, nicht Daten — dort ist Schaden auf jeder Stufe tödlich:

  • Die drei Eckquadrate (Suchmuster). Damit findet und richtet der Scanner den Code aus. Eines verdeckt, und es gibt nichts wiederherzustellen.
  • Die Taktmuster — die gepunkteten Linien zwischen den Ecken, die das Modulraster festlegen.
  • Die Formatinformation neben den Suchmustern, die dem Scanner überhaupt erst sagt, welche Fehlerkorrekturstufe verwendet wurde. Sie hat einen eigenen kleinen Schutz, fällt aber nicht unter Ihre 30 %.
  • Die Ruhezone. Nicht Teil des Codes und dennoch nötig: ohne Freiraum ringsum findet der Scanner die Kanten nicht. Gegen eine eng gezogene Bordüre hilft keine Fehlerkorrektur.

Die ehrliche Fassung von „H verträgt 30 % Schaden" lautet also: 30 % verstreuten Schadens im Datenbereich. Ein einzelner gut platzierter Daumen auf einer Ecke schlägt jede Stufe.

Was das für Manipulation bedeutet

Eine hohe Stufe heißt, dass teilweiser Vandalismus — eine abgerissene Aufkleberecke, ein Kratzer quer durch — oft noch scannt. Gegen den relevanten Angriff hilft sie nicht: dass jemand seinen Code über Ihren klebt. Ein gefälschter Code ist kein beschädigter Code, sondern ein einwandfreier Code mit anderem Ziel. Dagegen hilft eine kurze Domain, die Ihre Kundschaft erkennt — und ein gelegentlicher Blick auf die eigene Beschilderung.

Prüfen statt raten

Stufe setzen, dann den Druck testen, nicht den Bildschirm. Bildschirme leuchten von hinten und sind gnädig; mattes Laminat unter Leuchtstoffröhren ist es nicht. Aus der Entfernung scannen, in der Menschen wirklich stehen, mit einem nicht mehr neuen Handy, schräg.

Liest er beim ersten Versuch aus einer Armlänge, passt die Stufe. Braucht er einen zweiten, liegt es meist an Modulgröße oder Kontrast, nicht an der Fehlerkorrektur — eine höhere Stufe würde die Module verkleinern und das Problem verschärfen.

Kurze Antworten

  • Welche Stufe nehmen? H für einen kurzen Link, also für dynamische Codes. M, wenn viele statische Daten auf kleine Fläche müssen.
  • Wie viel Schaden übersteht H? Etwa 30 % des Datenbereichs, verstreut. Nicht 30 % von irgendwo.
  • Wird der Code durch eine höhere Stufe größer? Er braucht mehr Module für denselben Inhalt — also größer oder feiner.
  • Logo in die Mitte? Bei H bis etwa ein Fünftel der Breite. Bei L oder M nicht.
  • Warum sind die Ecken so wichtig? Der Scanner findet damit den Code. Ein fehlendes Suchmuster rettet keine Stufe.
  • Schützt H vor gefälschten Aufklebern? Nein. Ein gefälschter Code ist unbeschädigt und gültig.

Weiterlesen